Regulierter Zelltod

 / Forschung

Regulierter Zelltod

Zelltod ist essentiell für Überleben und Gesundheit von mehrzelligen Organismen. Wir untersuchen die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen, um eine bessere Behandlung von Erkrankungen mit zuviel (degenerative Erkrankungen) oder zuwenig Zelltod (Krebs, Autoimmunität) zu ermöglichen.

Gruppenleitung:

Dieter 
Adam

Prof. Dr. rer. nat.

Gruppenmitglieder:

Michelle 
Heib

M.Sc.
Thiemo 
Korn
Jilline  
Küster
Laura  
Nowack
Linda 
Sengelmann

In mehrzelligen Organismen ist die strikte Regulation von Zellteilung, -differenzierung und -tod eine essentielle Voraussetzung für Überleben und Gesundheit. Eine Störung des Gleichgewichts zwischen Wachstum und Tod von Zellen kann zu Krebs (übermäßiges Wachstum oder gestörter Tod von Zellen), degenerativen Erkrankungen (verstärktes Absterben von Zellen, z. B. in neurodegenerativen Prozessen), zu Fehlreaktionen im Immunsystem (z.B. Autoimmunerkrankungen durch unzureichende Eliminierung von autoreaktiven Zellen) oder zu schweren Defekten in der Entwicklung des Organismus führen.

 

Daher existieren in allen Körperzellen Mechanismen, um sich selbst abzutöten, wenn sie zur Gefahr für den Körper werden könnten, z.B. nach Infektion mit Viren oder nach Schädigungen, die zur Umwandlung in eine Krebszelle führen könnten. Man hat in den letzten Jahren erkannt, dass Zellen über eine Reihe von ganz unterschiedlichen Programmen „Selbstmord“ begehen können, die insgesamt unter dem Begriff „regulierter Zelltod“ zusammengefasst werden. Ein genaues Verständnis der verschiedenen Formen des regulierten Zelltods ist die Voraussetzung für eine therapeutische Intervention, um z. B. bei degenerativen Erkrankungen übermäßigen Zelltod zu verhindern, oder bei Krebspatienten eine effektivere Bekämpfung der Tumorzellen zu ermöglichen. Die Aufklärung der molekularen Mechanismen und Signalwege des regulierten Zelltods ist daher das Ziel unserer Forschung.

  • Caspase-unabhängiger nicht-apoptotischer programmierter Zelltod zur Eliminierung von Apoptose-resistenten Tumorzellen durch Kombinationstherapien mit TRAIL
  • Proteolyse in der Regulation des nicht-apoptotischen Zelltods

1. Ars moriendi: Proteases as sculptors of cellular suicide.

Heib M, Weiss J, Saggau C, Hoyer J, Fuchslocher Chico J, Voigt S, Adam D. Biochim Biophys Acta Mol Cell Res 1869, 119191 (2022)

2. TNF-induced necroptosis and PARP-1-mediated necrosis represent distinct routes to programmed necrotic cell death

Sosna J, Voigt S, Mathieu S, Lange A, Thon L, Davarnia P, Herdegen T, Linkermann A, Rittger A, Chan FK, Kabelitz D, Schütze S, Adam D. Cell Mol Life Sci. (2014) 71:331-348

3. Ceramide mediates caspase-independent programmed cell death

Thon L, Möhlig H, Mathieu S, Lange A, Bulanova E, Winoto-Morbach S, Schütze S, Bulfone-Paus S, Adam D. FASEB J. (2005) 19:1945-1956

4. Overexpression of acid ceramidase protects from tumor necrosis factor-induced cell death

Strelow A, Bernardo K, Adam-Klages S, Linke T, Sandhoff K, Krönke M, Adam D. J Exp Med. (2000) 192:601-611

5. Tumor suppression in Xiphophorus by an accidentally acquired promoter

Adam D, Dimitrijevic N, Schartl M. Science. (1993) 259:816-819

Prof. Dr. rer. nat. Dieter Adam

 

  • DFG
  • SFB877: Proteolysis as a Regulatory Event in Pathophysiology, Teilprojekt B2: Proteolysis in the regulation of non-apoptotic cell death.
  • Prof. Petra Bacher, Institut für Immunologie, Christian-Albrechts-Universität, Kiel, Deutschland
  • Prof. Thomas Bosch, Zoologisches Institut, Christian-Albrechts-Universität, Kiel, Deutschland
  • Prof. Ottmar Janßen, Institut für Immunologie, Christian-Albrechts-Universität, Kiel, Deutschland
  • Prof. Dieter Kabelitz, Institut für Experimentelle Tumorforschung, Christian-Albrechts-Universität, Kiel, Deutschland
  • PD Dr. Norbert Reiling, Forschungszentrum Borstel, Borstel, Deutschland
  • Prof. Thomas Renné, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • Prof. Stefan Rose-John, Biochemisches Institut, Christian-Albrechts-Universität, Kiel, Deutschland
  • Prof. Ulrich Schaible, Forschungszentrum Borstel, Borstel, Deutschland
  • Prof. Susanne Sebens, Institut für Experimentelle Tumorforschung, Christian-Albrechts-Universität, Kiel, Deutschland
  • Prof. Anja Trauzold, Institut für Immunologie, Christian-Albrechts-Universität, Kiel, Deutschland
  • Prof. Daniela Wesch, Institut für Immunologie, Christian-Albrechts-Universität, Kiel, Deutschland